Kultur
- 1: Rathaussaal.
- 2: Rathausgalerie.
- 3: Schloss Ulmerfeld.
- 4: Pölz-Halle, Sporthalle, Eishalle.
- 5: Kunst und Unterhaltung.
- 6: Kulturvereine.
- 7: Veranstaltungskalender.
- 8: Stadtarchiv.
- 8.1: Eisenbahnausstellung.
- 8.2: Fotografischer Spaziergang.
- 8.3: Zeitzeugenaussagen.
- 8.4: Bestandsübersicht des Stadtarchives.
- 8.5: Zusammensetzungen der Gemeindevertretungen.
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Einmaliges und Beispiel gebendes Schulprojekt:
Schülerinnen schreiben Geschichte
Seit dem Spätherbst des Jahres 2005 wird das Archiv der Stadt Amstetten „ständig betreut“ und der Öffentlichkeit zugängig gemacht. Neben dem Sammeln und Archivieren von echtem „Archivgut“ sollten in ein Archiv auch „geistige Investitionen“ erfolgen. Mit Unterstützung von Studenten/innen, die in den Sommermonaten als „Ferialbedienstete“ im Bereich des Stadtarchivs tätig waren, ist es in den letzten Jahren dem Stadtarchiv gelungen, eine Reihe von Zeitzeugenaussagen von Personen aus den verschiedensten Berufen festzuhalten.
„Das schöne ist, dass das ganze bereits eine gewisse Eigendynamik angenommen hat, Privatpersonen meldeten sich und stellten dem Stadtarchiv ihre privaten Aufzeichnungen bzw. ihre Lebenserinnerungen über vergangene, großteils schwere Zeiten dem Archiv zur Verfügung“, berichtet Archivar Josef Plaimer. Schon lange wollte er deshalb auch die Schulen im Rahmen des Geschichteunterrichtes in dieses Zeitzeugen-Projekt mit einbeziehen und stieß dabei bei der Leiterin der Privathauptschule Amstetten, Maria Hosa, auf offene Ohren.
Mit Beginn des Schuljahres 2008/09 wurde das Fächer übergreifende Schul-Projekt mit 30 Schülerinnen der 4. Klasse gestartet, indem die Bereiche Geschichte, Deutsch und EDV mit einbezogen wurden. Betreut wurden die Schülerinnen von ihren beiden Diplompädagogen Martin Traxler und Hedwig Figlhuber. „Grundthema war die Wiederaufbauzeit, also die Zeit von ca. 1955 bis 1975“, so Dipl.-Pädagoge Martin Traxler. Um die Grenzen nicht zu starr festzulegen, durften auch Aspekte aus der Vorkriegszeit, der Zeit des 2. Weltkrieges sowie auch die Besatzungszeit miteinbezogen werden.
In ihren Interviews sollten die 30 Schülerinnen ihre Großeltern/Eltern zu ihrer damaligen persönlichen Situation befragen, „um sie auch besser verstehen zu können, und dann die Geschichte der Eltern/Großeltern niederzuschreiben“, so HOL Martin Traxler. Die Schülerinnen arbeiteten eifrig an der Sache und dreißig umfassende Reportagen, teilweise mit Bildern aufbereitet, sind das Ergebnis des Schulprojektes. Ergänzend zu den Arbeiten der Schülerinnen lässt Dipl.-Pädagogin Hedwig Figlhuber auch die Schulschwestern zu Wort kommen, sie führte mit ihnen Zeitzeugeninterviews.
Die Arbeiten wurden am 14. Mai 2009 im Rahmen einer Feierstunde mit einer Begleitausstellung im Rathaussaal der Stadtgemeinde Amstetten der Öffentlichkeit präsentiert. Gleichzeitig wurden sie auch dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt, „wo sie auch zur Einsichtnahme aufgelegt werden“, so Stadtarchivar Josef Plaimer. Mit Zustimmung der betroffenen Personen dürfen 23 Arbeiten davon hier auf der Homepage der Stadtgemeinde Amstetten veröffentlicht (
Zeitzeugenaussagen im PDF Format (25MB) ) werden.
„In unserer schnelllebigen Zeit nehmen wir uns selten Zeit für andere. Da ist der Wunsch der älteren Generation, sich zurückzubesinnen auf die wahren Werte wie Freundschaft, Zeit und Aufmerksamkeit nur verständlich“, so Bgm. Herbert Katzengruber „ich glaube, dass dieses Fächer übergreifende Schulprojekt mitgeholfen hat, das gegenseitige Verständnis zwischen den Generationen füreinander zu erhöhen“.
Kulturstadträtin NR Ulrike Königsberger-Ludwig ist überzeugt, dass die Schülerinnen einen neuen Blick auf die damals jungen Menschen – ihre Eltern/Großeltern - erhalten haben und sie besser verstehen. „Man lernt, wie die persönliche Geschichte eines Menschen in die ganze Geschichte passt, das hilft nicht zu vergessen, sondern sich immer wieder zu erinnern“, so Königsberger-Ludwig.
Genießen Sie nun, geschätzte Damen und Herren, den Spaziergang durch die verschiedenen „Lebenserinnerungen“. Vielleicht entdecken auch Sie einen Anreiz, zu einem Ausbau des Verständnisses zwischen den Generationen oder finden gar dazu den Anstoß, um ihre eigenen „Lebenserinnerungen“ niederzuschreiben.
